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Eine Körperkarte der Gefühle

Wut oder Freude entstehen nicht nur im Kopf, sie rufen auch Empfindungen in speziellen Bereichen des menschlichen Körpers hervor. Ein finnisches Forschungsteam hat nun eine Art Landkarte der körperlichen Gefühlsregungen erstellt.

PSYCHOLOGIE 31.12.2013

„Schmetterlinge im Bauch“ zu haben, am Tag vor der Hochzeit „kalte Füße“ zu bekommen oder nach einer Trennung an „gebrochenem Herzen“ zu leiden – nicht umsonst verknüpfen Redewendungen wie diese die empfundenen Gefühle sprachlich mit bestimmten Körperregionen. Denn wie die finnischen Forscher betonen, sind Gefühle wie beispielsweise Angst, Aufregung, Freude, Überraschung, etc. mit konkreten Empfindungen in bestimmten Körperregionen verbunden – ein sensomotorischer Zusammenhang, der unter dem Begriff Embodiment bekannt ist.

Die Studie:

„Bodily maps of emotions“ von Lauri Nummenmaa, Enrico Glerean, Riitta Hari und Jari K. Hietanen von der Aalto Univeristät in Finnland ist am 30.12.2013 in den PNAS erschienen. An der Erhebung des Teams zu den körperlichen Gefühlsempfindungen kann mittels Online-Befragung nach wie vor teilgenommen werden.

Angst schmerzt, Liebe wärmt

Gefühle stellen Menschen sowohl mental als auch körperlich darauf ein, mit bestimmten Herausforderungen, die von der Umwelt auferlegt werden, umzugehen. Dabei dürften die körperlichen Empfindungen den meisten bekannt vorkommen: Während ein Gefühlszustand wie Angst beispielsweise als Schmerz in der Brust empfunden werden kann, spürt jemand der gerade frisch verliebt ist, viel eher ein warmes, angenehmes Gefühl im gesamten Körper.

Lauri Nummenmaa von der Aalto Universität in Finnland und Kollegen haben nun eine Studie vorgelegt, die zeigt, wie bzw. wo Gefühle körperlich empfunden werden – und dass diese Empfindungen auch bei unterschiedlichen Menschen erstaunlich ähnlich sind.

Für ihre Studie haben die Forscherinnen und Forscher die teilnehmenden Testpersonen ihre Gefühle in einem neuartigen Verfahren selbst darstellen lassen. In fünf verschiedenen Experimenten wurden den Teilnehmern zwei einfärbige Silhouetten eines menschlichen Körpers vorgelegt. Während sie bestimmte Emotionen in Form von Worten, Filmen, Kurzgeschichten oder Gesichtsausdrücken präsentiert bekamen, mussten die Testpersonen jene Körperregionen einfärben, in denen sie eine stärkere bzw. schwächere Aktivität verspürt haben. So entstanden sogenannte „Körperkarten“, quasi menschliche Atlanten der Gefühlsregungen.

Studienteilnehmer aus Westeuropa und Ostasien

700 Personen aus Finnland, Schweden und Taiwan haben daran teilgenommen – sie alle absolvierten die Untersuchung in ihrer Erstsprache. Das war den Forschern insofern wichtig, als dass Verzerrungen aufgrund sprachlicher Codes verhindert werden sollten und sie überdies ermitteln wollten, ob sich die körperlich wahrgenommenen Empfindungen durch unterschiedliche kulturelle Hintergründe verändert.

Das Ergebnis: Die Verknüpfung von Gefühlen mit gesteigerter bzw. verminderter körperlicher Aktivität in bestimmten Körperbereichen folgt klaren Regelmäßigkeiten bei allen Menschen, egal ob sie in Finnland, Schweden oder Taiwan zuhause sind. Dabei korrespondieren laut den Forschern sämtliche körperliche Empfindungen von Gefühlen mit einem der sechs Grundgefühle (Wut, Furcht, Ekel, Freude, Trauer und Überraschung). Es wurden aber auch komplexere Gefühle abgefragt – diese zeigten aber weit weniger deutliche Auswirkungen auf das körperliche Empfinden.

Brustbereich für fast alle Gefühle zentral

Die meisten der Grundgefühle sorgen für eine gesteigerte körperliche Empfindung im oberen Brustbereich – das könnte mit einer Veränderung der Atemfrequenz und des Herzschlags zu tun haben, konstatiert das Forscherteam. Gesteigerte Empfindungen im Bereich der oberen Gliedmaßen traten am stärksten bei den beiden Gefühlen Wut und Freude auf – wie auch auf den Bildern unten zu sehen ist: Die Testpersonen haben den Bereich des Kopfes, der Brust und des Unterleibs mit warmen Farben eingefärbt, was eine gesteigerte körperliche Aktivität in diesem Bereich anzeigt. Insofern erscheinen die beiden Silhouetten von Wut und Freude hauptsächlich in Gelb und Rot.

Gefühlsregungen im menschlichen Körper

Lauri Nummenmaa

Die „Landkarte“: Wo die verschiedenen Gefühle spürbar sind

Hingegen zeigt das Gefühl von Depression oder Traurigkeit eine durchwegs blaue Silhouette – das bedeutet, dass die Testpersonen im gesamten Körper, insbesondere in Armen und Beinen, eine sehr geringe wahrgenommene körperliche Aktivität angegeben haben. Körperliches Empfinden im Bereich des Verdauungsapparats wird am stärksten durch das Gefühl von Ekel hervorgerufen. Erstaunlich: Freude ist das einzige Gefühl, das Veränderungen der körperlichen Aktivität im gesamten Körper hervorruft, da kann nicht einmal die Liebe mithalten.

Forscher vermuten biologische Ursache

Für das Forscherteam zeigen die erstellten „Körperkarten“ deutlich, dass die körperlichen Empfindungen durch eine Aktivierung des Emotionensystems ausgelöst werden, universal gültig sind und – entgegen so mancher Erwartung – nichts mit kulturellen Codes und Prägungen zu tun hat.

Auch hängen die körperlichen Empfindungen nicht etwa mit sprachlichen Ausdrücken wie den eingangs erwähnten Redewendungen in einer bestimmten Sprache zusammen – das ist für die Forscherinnen dadurch belegt, dass die Studienteilnehmer aus verschiedenen Kulturkreisen (Westeuropa und Ostasien) kommen und drei sehr unterschiedliche Sprachen sprechen. Sie gehen davon aus, dass der Zusammenhang von Gefühl und wahrgenommener körperliche Empfindung eine biologische Begründung hat.

Insofern könnte die Studie viel zum Verständnis der Funktionen von Gefühlen und ihrer körperlichen Grundlage beitragen, so die Studienautoren in einer Aussendung. Aber auch in Bezug auf die Erforschung von Gefühlsstörungen und möglichen neuen Diagnoseinstrumenten könnten die Ergebnisse hilfreich sein.

Theresa Aigner, science.ORF.at

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Quelle: http://www.shiatsu-austria.at/einfuehrung/wissen_17.htm

Emotionen sind nach außen gerichtet und größtenteils öffentlich, Gefühle hingegen sind nach innen gerichtet. Sie sind die private, mentale Erfahrung einer Emotion. Die Mechanismen, die einer Emotion zu Grunde liegen, benötigen kein Bewusstsein, selbst wenn sie sich dessen manchmal auch bedienen. Sie können die Kaskade von Prozessen in Gang setzen, die zum emotionalen Ausdruck führen, ohne dass wir uns des emotionalen Auslösers (und der Zwischenschritte) bewusst sein müssen.1)

Emotionen unterliegen nicht unserer Kontrolle. Nur teilweise können wir ihren Ausdruck kontrollieren, z.B. in dem wir Ärger unterdrücken oder Traurigkeit nicht zeigen.2) Auch müssen wir uns des Auslösers einer Emotion nicht bewusst sein.3) Eine sorgfältige Prüfung kann vielleicht mögliche Gründe zutage fördern, und der eine oder andere Grund mag plausibler sein als ein anderer, aber wir können uns oft einfach nicht sicher sein.4)

Definition von Emotion und Gefühl

Emotionale Zustände lassen sich definieren durch eine Vielzahl von Veränderungen im chemischen Profil des Körpers, durch Veränderungen im Zustand der Viszera und durch Veränderungen in der Kontraktion verschiedener quergestreifter Muskeln des Gesichts, der Kehle, des Rumpfes und der Gliedmaßen. Sie werden aber auch durch Veränderungen in jenen neuronalen Strukturen definiert, die diese Veränderungen verursachen und die darüber hinaus andere bedeutende Veränderungen im Zustand mehrerer Schaltkreise im Gehirn selbst hervorrufen. Vereinfacht lässt sich eine Emotion als eine spezifisch verursachte, vorübergehende Veränderung im Zustand des Organismus beschreiben.

Das Gefühl (einer Emotion) ist die Repräsentation der vorübergehenden Veränderung im Zustand des Organismus in Form neuronaler Muster und der daraus folgenden Vorstellungen. Wenn diese Vorstellungen einen Augenblick später vom Selbst-Sinn im Akt des Erkennens begleitet und verstärkt wurden, dann gelangen sie ins Bewusstsein. Sie sind dann in der eigentlichen Bedeutung des Wortes „Gefühle von Gefühlen“.

Glücksgefühle (Prof. Gerald Hüther) – das Geheimnis des Gelingens